Kategorie-Archiv: Elektronik

Veröffentlichungen zu Elektronikprojekten.

Das 10-CHF-USV-Stromkabel

Letzte Aktualisierung am 4. Oktober 2014.

Das 10-CHF-USV-Stromkabel

USV-Stromkabel mit C13- und C14-Steckern
Reguläre Schweizer Typ-13-Stromkupplungen

Immer mal wieder trifft man in seinem Leben auf Geräte wie unterbrechungsfreie Stromversorgungen (USVs), welche Strom statt über den gewohnten Schweizer Stromstecker über den pinnigen Partner der PC-Stromkabel, den C14-Stecker, liefern. Oft kann man dort nur Geräte mit PC-Stromsteckern anschliessen, da es nur Kabel zu kaufen gibt, welche auf der einen Seite ebendiesen C14-Stecker haben und auf der anderen Seite den C13-Stecker, wie man ihn von PCs und Mikrowellen kennt.

Bei manchen Onlineshops ist es möglich, Adapter zu kaufen, welche einem ermöglichen, normale Netzgeräte mit dem Schweizer Stecker an einen PC-Stromstecker anzuschliessen, diese kosten jedoch gerne CHF 25.- oder mehr. Und da ist das Stromkabel noch gar nicht dabei. Man kann also ca. CHF 34.- einrechnen, nur um beispielsweise die Kaffeemaschine auch wärhend einem Stromausfall benutzen zu können und somit einen kühlen Kopf zu bewahren.

Der findige Bastler kennt jedoch noch eine andere Lösung. Alles, was hierfür benötigt wird, sind die regulären USV-Stromkabel (C13 auf C14), welche man für ca. CHF 9.- im Onlinehandel findet, sowie ein paar Schweizer Strombuchsen, welche für CHF 1.- im Baumarkt zu erwerben sind.


Das Kabel wird mit dem Seitenschneider durchtrennt

Für den ersten Schritt wird ein kräftiger Seitenschneider oder ein vergleichbares Werkzeug benötigt. Mit dessen Hilfe wird das Stromkabel durchtrennt. Es empfiehlt sich, das Kabel nicht direkt am Stecker zu schneiden, sondern tendentiell etwas mehr in der Mitte, so dass man das Kabelende noch mit einem anderen Stromstecker versehen und weiterhin benützen zu können. Auch wichtig ist selbstverständlich, dass das Stromkabel beim Schneiden ausgesteckt ist, da die 220V Spannung im örtlichen Stromnetz bei Berührungen nicht nur zu Verbrennungen und damit verbundenen Nieren- und Leberschäden führen können, und die plötzlich übertretende Energie den Seitenschneider schmelzen könnte.


Das Kabel besteht aus einer braunen, einer blauen und einer gelb-grün gestreiften Litze

Nun ist gut zu erkennen, wie das Stromkabel aufgebaut ist. Es besteht aus drei Drähten, welche wiederum aus vielen kleinen Einzeldrähten zusammen gesetzt sind. Dieser Aufbau nennt sich Litze. Die individuellen Litzen müssen sehr stark sein, also aus vielen einzelnen Drähten bestehen, um bei grossen Strömen durch das Kabel nicht zu schmelzen.

Die drei Litzen sind farblich voneinander unterschieden, da sie verschiedene Funktionen im Stromkabel haben. Sie werden durch eine isolierende Plastikhülle voneinander getrennt. Die Farbe der Plastikhülle gibt die Funktion der jeweiligen Litze an.


Am vorderen Ende wird die Isolierung der Litze vollständig entfernt

Da das Kabel nicht als Ganzes, mitsamt Isolierung, in den neuen Stecker passt, muss man im nächsten Schritt die äussere, schwarze Isolierung mit einer Abisolierzange ca. 2-3 Zentimeter weit entfernen. Wenn man zuviel entfernt hat, hält das Kabel leider nicht richtig im Stecker (da die Befestigung darauf basiert, die äussere, schwarze Isolierschicht einzuquetschen). Dies lässt sich jedoch relativ einfach beheben, indem man die herausstehenden Litzen etwas einkürzt (oder mehr um die Kontakte wickelt – doch mehr dazu später).

Manch einer mag dazu verleitet sein, in Ermangelung einer Abisolierzange ein Sackmesser zu benutzen. Dies ist aus verschiedenen Gründen nicht empfehlenswert. Meist durchtrennt man mit dem Sackmesser nicht nur die äussere Isolierschicht, sondern auch die innere, was das Risiko von ungewünschten Kontakten erhöht. Das ist bei 220V nicht gerade angenehm und kann fatale Folgen haben. Zudem besteht die Gefahr, dass die Klinge des Sackmessers in die Litze schneidet und dabei abstumpft. Weiterhin kann der Litzendraht an der Stelle ausgedünnt werden, indem einige der kleinen Drähte durchtrennt werden. Dadurch wird der Draht an der Stelle heisser, was zu Schmelz- und Brandgefahr führt. Eine Abisolierzange ist im Vergleich dazu doch eher günstig, und vielseitig einsetzbar.


Perfekt abisolierte Litzen

Nun müssen auf der Seite des Kabels nur noch die Spitzen etwas abisoliert werden. Dazu wird die Isolierung in etwa der Breite eines Schraubenkopfes vorsichtig mit der Isolierzange entfernt.


Die Schrauben am Eingang müssen gelöst werden.

Nun widmen wir uns der Typ-13-Kupplung. Zuerst einmal müssen die Schrauben am Ende gelöst werden, so dass das Kabel an der dicken Isolierung befestigt werden kann.


Die Schrauben an den Kontakten müssen gelöst werden

Nun müssen die Kontakte gewissermassen «geöffnet» werden. Dazu gibt es üblicherweise Schrauben, welche eine Metallplatte an den Kontakt pressen. Diese müssen wir nun lösen, um anschliessend die Litzen darin befestigen zu können.


Alle Litzen an Ort und Stelle

Nun müssen die Litzen mit dem tatsächlichen Kontakt verbunden werden. Hierzu wird die Litze zwischen das Metallplättchen und die Kontaktoberseite mit der Schraube gesteckt (nicht darauf, die Schraube alleine hält die Litzen nicht gut genug auseinander und kann zudem dadurch sehr heiss werden!). Das kann etwas puzzelig ausfallen, ist aber im Grunde machbar.

Wichtig ist hierbei die Anordnung der drei Litzen nach ihrer Farbe (bzw. der ihrer Isolierung). Diese ist ganz einfach: die braune Litze gehört nach rechts. Die gelb-grün gestreifte Litze gehört nach unten in die Mitte. Die blaue Litze gehört nach links. Also einfach merken: Braun – rechts. Der Rest ergibt sich von selbst.

Sind die Litzen an Ort und Stelle, sollten die Schrauben, welche sie festhalten sollen, wieder zugedreht werden, um die Litzen einzuklemmen und den Kontakt herzustellen.


Die Zugentlastung wird wieder eingebaut

Damit die Zuglast des Stromkabels nicht alleine an den Kontakten und den kleinen Litzen hängt, muss nun noch die weisse Zugentlastungsbrücke wieder am Eingang der Buchse eingeschraubt werden. Hierbei ist wichtig, dass die Zugentlastung die dicke, schwarze Isolierschicht des Kabels einklemmt und nicht die drei dünnen, farbigen Litzenisolierschichten. Dadurch ist der Stecker stabiler und langlebiger.


Die Kupplung ist nun wieder zusammen gebaut

Nun muss nur noch die Kappe wieder angebracht werden, damit man die Kontakte nicht berühren kann (220 Volt sind ziemlich viel und tragen nicht gerade zur Entspannung bei). Diese wird von einer einfachen Schraube festgehalten.


Testing

Das Stromkabel muss ausgiebig getestet werden

Nun könnte man das fertige Kabel zwar gleich irgendwo anschliessen. Doch wie bereits erwähnt sind 220 Volt keine Spannung mit der man scherzen sollte. Also sollte man, bevor man das Stromkabel in Betrieb nimmt, noch einmal ein paar Prüfungen vornehmen. Anderenfalls kann es zu Kurzschlüssen, Bränden oder lebensgefährlichen Stromschlägen kommen. Und wer will das schon?

Hierzu verwendet man idealerweise ein Multimeter. Am einfachsten kann man dabei den Stromflussmessmodus verwenden. Dieser zeigt mittels Piepsignal an, ob ein Stromfluss zwischen den Punkten, an welchen man die beiden Messspitzen angelegt hat, möglich ist. Man kann aber auch einfach die Widerstandsmessfunktion (Ω) benutzen: ein endlicher Widerstand gibt dann an, dass eine Verbindung zwischen den beiden Punkten besteht.

Der eine wichtige Punkt ist natürlich, dass zwischen den verbundenen Kontakten in der Typ-13-Buchse und dem C14-Stecker Strom fliessen kann (das Gerät piept oder zeigt einen endlichen Widerstand an). Sind alle drei Kontakte mit dem jeweiligen Kontakt auf der Gegenseite verbunden (Links → Links, Mitte → Mitte, Rechts → Rechts), so ist das Kabel in der Lage, Strom zu leiten.

Der grösste Feind des Elektronikbastlers sind nun aber Verbindungen, die nicht sein sollen. Da das Litzenkabel aus vielen kleinen Drähtchen besteht, ist es nicht abwegig, dass eines von diesen Drähtchen eventuell nicht richtig am Kontakt verschraubt sein könnte, sondern mit einem der anderen Kontakte Verbindung herstellt. Dies ist sehr gefährlich und führt zu Kurzschlüssen und Bränden. Daher sollte man nun noch mittels Multimeter sicher stellen, dass die Kontakte nicht untereinander verbunden sind. Dies gilt für beide Seiten, also sollte zwischen keinem der drei Kontakte am Stecker ein endlicher Widerstand messbar sein bzw. das Multimeter piepsen.

Ebenfalls wichtig ist, dass es eine genug grosse Auflagefläche zwischen den Litzenenden und der Kontaktplatte gibt. Leider lässt sich das nicht so genau messen. Von den Litzen dürfen auch nicht viele Drähtchen ausgefallen sein, da sonst mehr Strom durch einen geringeren Durchmesser fliesst und sich der Stecker sonst stark erhitzt und durchbrennen, schmelzen oder Feuer fangen kann. Dies lässt sich leider ebenfalls nicht einfach mit einem Multimeter feststellen, daher siehe die Hinweise zu dem Thema in der Zusammenbauanleitung.

Ist dies der Fall, so ist das Kabel im Grunde einsatzbereit. Man kann es nun an die USV stecken und ein Gerät mit normalem Netzstecker anschliessen. Gratulation!

Feinmechaniker-Schraubenzieherset von Brütsch/Rüegger Werkzeuge AG

Letzte Aktualisierung am 18. Juli 2014.

Feinmechaniker-Schraubenzieherset von Brütsch/Rüegger Werkzeuge AG

Die Starshipfactory hat zwei Uhrmacher Schraubenziehersets von der Brütsch/Rüegger Werkzeuge AG erhalten.
Da wir viel mit Hardware im Embedded Bereich arbeiten, sehen diese bereits regen Einsatz.

Lötworkshop mit Mitch Altman am 20. Mai

Letzte Aktualisierung am 10. Juni 2014.

Mitch Altman vom Hackerspace «Noisebridge» in San Francisco hat sich bei uns als Gast angekündigt. Am 20. Mai um 18 Uhr wird er bei uns in der Starship Factory einen Lötworkshop geben. Dieser ist für Anfänger geeignet, die noch nie gelötet haben und einen einfachen Einstieg suchen. Die Kits sind hingegen vielfältig und auch für Fortgeschrittene interessant.

 
Loetequipment
Was man zum Löten so alles brauchen kann…

Lötkits werden von Mitch selbst mitgebracht. Darunter auch:

… und viele andere Kits zum selbst löten!

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Mitch und unser kompetentes Elektronikteam helfen dabei gerne mit Anleitung und Unterstützung. Genauere Informationen könnt ihr unserem Flyer sowie unserer Wiki-Informationsseite zu Mitchs Workshop entnehmen.

Warst du noch nie in der Starship Factory? Anleitungen für die Anfahrt findest du auf unserer Seite «Anfahrt».

Bitte melde dich im Voraus verbindlich per E-Mail an workshops@lists.starship-factory.ch an. Wir freuen uns auf rege Teilnahme!

Wenn du uns gerne helfen willst, kannst du unseren Workshopflyer gerne selbst drucken und verbreiten.

Der Workshop war ein voller Erfolg! Vielen Dank an alle HelferInnen und auch speziell an die Odenwilusenzer, die uns ihr Equipment ausgeliehen haben. Ohne euch hätten wir nicht so viele Plätze anbieten können, danke! Vielen Dank natürlich auch an Mitch, der diesen tollen Workshop gegeben hat! You're awesome!

Fotos gibt es in Mitchs und Julianes Alben auf flickr.

Lötkoffer-Prototyp bereit für den Einsatz

Letzte Aktualisierung am 10. Juni 2014.

In Vorbereitung auf Lötworkshops im Ausseneinsatz haben wir einen Koffer günstig erstanden und mit Lötequipment gefüllt. Diesen könnte man sich nun einfach schnappen und mit ihm an irgendeinen Ort fahren um zu löten. Das Innenleben braucht jedoch noch etwas Arbeit, damit man den Koffer bald nur noch aufklappen braucht um damit zu löten, statt erst mühsam alle Teile heraus zu nehmen und auf einen Tisch zu platzieren. Wenn man darüber hinweg sieht, kann man jedoch mit dem Koffer schon hervorragend arbeiten.

 
Der Lötkoffer beinhaltet eine Lötstation, einen weiteren Lötkolben, ein Oszilloskop, Reinigungstools, Entlötlitze, Isolierband und eine Inhaltsliste zum Prüfen ob noch alles vorhanden ist.
Inhalt des Lötkoffers
 
Der Sticker an unserem Lötkoffer beschreibt grob den Inhalt und bietet einen QR-Code, über welchen man die Wikiseite findet
Der Sticker an unserem Lötkoffer

Der Koffer ist aber nur der Anfang: es sind bereits weitere Lötstationen auf dem Weg zu uns und wir werden sicher noch weitere Lötkoffer zusammenstellen. Auch sind Workshops in Vorbereitung, bei welchen wir unseren Mitgliedern und interessierten Besuchern das Löten am Beispiel näher bringen wollen. Stay tuned!

Eine mögliche Erweiterung liegt darin, dass der Koffer bislang noch keine Batterie enthält mit der man auch ohne Steckdose löten kann. Vielleicht werden wir dies in einer späteren Version nachholen!

Abschied von einem Bausatz

Letzte Aktualisierung am 10. Juni 2014.

Letzte Woche erhielten wir Post von unseren Freunden aus Mannheim. Im Paket enthalten war ein Elektronikbausatz mit einem Microcontroller sowie einem Display, welcher vom RaumZeitLabor für eingestellt erklärt wurde. Die restlichen Bausätze wurden zum Abschied an befreundete Hackerspaces in ganz Europa verschickt, um das Projekt würdig zu Grabe zu tragen.

Eine Plastiktüte mit einem Elektronikbausatz mit Microcontroller und Display, ein paar RaumZeitLabor-Merchandising-Items und eine Traueranzeige.
Eine Traueranzeige des RaumZeitLabor für den Bausatz.
Der zusammengebaute Bausatz blinkt vor sich hin.
Der zusammengebaute Bausatz blinkt vor sich hin.

Wir sprechen dem RaumZeitLabor unser herzliches Beileid aus und freuen uns jedoch, dass sie in diesen traurigen Momenten an uns gedacht haben. Dem Bausatz kam ein würdiges Ende als Blinkelement in unserem Dali-Regal der Dinge zu.